Seefahrer vergangener Zeiten haben die flugunfähigen Dodos leicht fangen können.

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Ausstellung

TOT wie ein DODO.

Arten. Sterben. Gestern. Heute.

Eine riesige Aussterbewelle rollt auf uns zu

Alles wird immer schneller, immer komplizierter. In unserem Alltag haben wir kaum Zeit, uns mit dem Zustand der Natur zu beschäftigen.
Ganz nebenbei, ganz leise, verschwindet ein großer Teil der Tier- und Pflanzenarten von der Erde – immer mehr und immer schneller.

Der Weltbiodiversitätsrat berichtet 2019, dass von den geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit rund eine Million vom Aussterben bedroht sind.

Wie konnte es soweit kommen?

Die interaktive Ausstellung beleuchtet die Ausrottung von Tierarten durch den Menschen von den Anfängen bis heute: Zunächst nicht bewusst, später aber zielgerichteter und bis in die heutige Zeit zunehmend rücksichtsloser. Lebensgroße Modelle eines Riesenmoas, einer Stellerschen Seekuh oder eines Riesenalks vermitteln in großen Lebensrauminszenierungen ein lebendiges Bild vergangener Zeiten.

Am Ende der Ausstellung präsentieren wir die heute vom Aussterben bedrohten Arten mit Eisbären, Nashörnern, Orang-Utans und nicht zuletzt auch Vertretern der heimischen Tierwelt. Hier geht es um die immer komplizierter werdenden Ursachen des Artensterbens in einer globalisierten Welt des ungebremsten Konsums.

Wir werfen die Frage auf, was jeder Einzelne selbst dagegen tun kann. Eine Frage, die uns alle angeht.
Besuchen Sie unsere Ausstellung über die Herausforderung des menschgemachten Artensterbens – ein Abenteuer mit Lösungsansätzen.

     
TOT wie ein DODO, Bilder zur Ausstellung
Ausgerottet! (1) Der Dodo (Raphus cucullatus), auch Dronte genannt, ist eine tragische Symbolfigur für das vom Menschen verursachte Artensterben. Der flugunfähige Vogel lebte auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean. Im Jahr 1598 erstmals von niederländischen Seefahrern beschrieben, war er bereits spätestens um 1680 ausgerottet. (2) Der Moa (Dinornothiformes) war ein bis zu zwei Meter großer Laufvogel, der auf Neuseeland lebte. Bis zur Ankunft der ersten Menschen im 13. Jahrhundert, war sein einziger natürlicher Feind der heute ebenfalls ausgestorbene Haastadler (Harpagornis moorei). Nun aber wurden die riesigen Pflanzenfresser vom Menschen bejagt und waren Ende des 14. Jahrhunderts bereits ausgerottet. (3) Der Riesenalk (Pinguinus impennis) wurde schon früh seines Fleisches wegen vom Menschen gejagt. Im 16. Jahrhundert begann jedoch ein regelrechtes Abschlachten der Tiere, um ihre Daunenfedern gewinnen zu können. Mit sinkender Anzahl der Tiere stieg das Interesse von Sammlern und Museen an den nun seltenen Tieren. Dies führte schließlich zur Ausrottung des flugunfähigen Seevogels.
TOT wie ein DODO, Bilder zur Ausstellung
Bedroht! (1) Eisbären (Ursus maritimus) fressen hauptsächlich Robben, welche sie vom Meereis aus bejagen. Das Eis geht durch die Klimaerwärmung aber zurück, und die weißen Riesen verbringen immer mehr Zeit auf dem Festland. Dadurch müssen sie auf andere, weniger reichhaltige Beute zurückgreifen oder hungern. Das ist einer der Gründe für die Bedrohung der letzten etwa 26.000 Eisbären. (2) Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) sind vor allem durch Wilderei bedroht. Während es von einer Unterart, dem Nördlichen Breitmaulnashorn, nur noch zwei Weibchen gibt, hat sich das Südliche von der Trophäenjagd erholt. Vor 100 Jahren gab es keine 20 Exemplare mehr von ihnen. Dank aufwendiger Schutzmaßnahmen leben heute wieder ca. 20.000 Individuen in Afrika. (3) Die Streifen der Tiger (Panthera tigris) dienen im dichten Geäst der Wälder zur Tarnung. Für farbenblinde Beute sind sie damit fast unsichtbar. Durch die fortschreitende Abholzung des Regenwaldes und die Nutzung von Tigerteilen in der traditionellen asiatischen Medizin ist der Tiger jedoch bedroht. Weltweit gibt es daher nur noch etwa 3.900 wilde Tiger.

Eine Gemeinschaftsausstellung des Naturkundemuseums im Ottoneum in Kassel, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und "eli – eine lose idee" GmbH

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