Molluske des Jahres 2021

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Molluske des Jahres 2021: Der Große Argonaut

Öffentliche Abstimmung zum Jahres-Weichtier beendet


Heute wurde der Große Argonaut (Argonauta argo) zur „Molluske des Jahres 2021“ im Rahmen eines besonderen „Weichtier-Wettbewerbs“ gekürt. Im Dezember letzten Jahres hatten verschiedene internationale Forschungseinrichtungen und Molluskenliebhaber*innen 122 Nominierungen für den Titel eingereicht. Eine Jury, bestehend aus den Initiator*innen des Projektes, kürte daraus fünf Mollusken-Arten, die als Finalisten in die zweite Runde einzogen. In einer öffentlichen Abstimmung auf der Webseite des LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) konnten Interessierte zwei Wochen lang ihre Lieblingsmolluske wählen – insgesamt wurden fast 22.000 Stimmen abgegeben. Mit 36 Prozent setzte sich der Große Argonaut (Argonauta argo), ein pelagisch lebender Oktopus, gegen vier weitere Weichtiere durch und trägt jetzt den Titel „Molluske des Jahres 2021“. Die Forschenden am LOEWE-Zentrum TBG werden nun sein gesamtes Genom entschlüsseln.

Der Große Argonaut (Argonauta argo) ist eine Oktopusart, die nahe an der Wasseroberfläche lebt und nur wenig Ähnlichkeit mit ihren bekannteren Verwandten hat, die meistens am Meeresboden zu finden sind. Das Argonauten-Weibchen hat speziell angepasste Arme, welche Rudern ähneln, und mit deren Hilfe sie eine hauchdünne Porzellanschale bilden kann. Die einzigartige Schale dient dem weiblichen Tier als Boot und auch als Schutzhülle für ihre Eier. Das viel kleinere Argonauta-Männchen bildet dagegen keine Schalenhülle aus. Argonauten gelten als gefräßige Raubtiere, die ihre Beute beißen und ein Gift injizieren, das in ihrer Speicheldrüse produziert wird. Obgleich diese kuriosen Meeresbewohner nur selten beobachtet werden, haben sie durch ihr besonderes Aussehen die Fantasie von Menschen aus aller Welt beflügelt.

Studien legen nahe, dass sich die Gruppe der Argonauten schon früh in ihrer Evolutionsgeschichte von den übrigen, überwiegend benthisch lebenden Kraken (Octopoda) getrennt hat. Diese Tiere könnten daher einige Merkmale der Vorfahren der Oktopusse beibehalten haben. Gleichzeitig haben sie aber auch einzigartige Anpassungen, wie ihre porzellanartige Schale, entwickelt. Mit der Entschlüsselung des Genoms hoffen die Forscher*innen neue Erkenntnisse über diese sagenhaften Tiere zu gewinnen.

Argonauta argo wurde von Dr. Fabio Crocetta, Forscher an der Zoologischen Station Anton Dohrn im italienischen Neapel für den Titel „Molluske des Jahres 2021“ nominiert. Während des öffentlichen, zweiwöchigen Wettbewerbs wurden insgesamt 21927 Stimmen aus 126 Ländern abgegeben. Der Große Argonaut setzte sich mit 6377 Stimmen und damit 36 % gegen vier weitere Arten durch. Den zweiten Platz belegt die Kubanische Landschnecke (Polymita picta) mit 6377 Stimmen, gefolgt von der Höhlenmuschel (Congeria kusceri) mit 5042 Stimmen. Die Schlangenhaut-Käferschnecke (Sypharochiton pelliserpentis) hat 2005 und der Widderhornkalmar (Spirula spirula) 615 Stimmen erhalten.

„Ich möchte mich an dieser Stelle bei Allen für den spannenden und sehr informativen Wettbewerb bedanken. Durch kreative Kampagnen konnten wir viel über die nominierten Weichtiere lernen. Dank dieses Projektes haben wir Aufmerksamkeit für die Mollusken geschaffen und konnten der Öffentlichkeit sowohl ihre Vielfalt und Schönheit etwas näherbringen, als auch das Bewusstsein für ihre zunehmende Gefährdung schärfen“, freut sich Dr. Carola Greve, Laborleiterin des LOEWE-Zentrums TBG.

Die „Molluske des Jahres 2021“ wurde von Dr. Julia Sigwart, Sektionsleiterin der Abteilung Malakologie des Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseums Frankfurt, Dr. Carola Greve, Laborleiterin des LOEWE-Zentrums TBG, Dr. Tilman Schell, Bioinformatiker des LOEWE-Zentrums TBG und Prof. Dr. Yasunori Kano, Mitglied der weltweiten Gesellschaft für Molluskenforschung (Unitas Malacologica) bekannt gegeben.

Molluske des Jahres 2021

Molluske des Jahres 2021: Der Große Argonaut (Argonauta argo). Foto: Senckenberg

pmMolluske des Jahres 2021 18.01.2021

Das Genom des Weichtiers wird nun vollständig entschlüsselt. Foto: Marco Gargiulo